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Kunst aus Beeren, Erde und Zeit

Kunst aus Beeren, Erde und Zeit

20.03.2026

«Ich habe immer schon mit Erdpigmenten geschafft», erzählt Karin Köpfli, Künstlerin mit eigenem Atelier in der Bremgartner Unterstadt. Dabei weist sie auf eine ebenso eindrucksvolle wie kostbare Sammlung verschiedener Pigmente eines bekannten deutschen Herstellers in einem der Regale. Doch eigene Pigmente zu suchen und daraus Farben herzustellen – diese Idee geisterte schon lange um sie herum. Einmal nur noch mit Materialien aus der Natur arbeiten – so ihre Vision. Weniger aus Kostengründen, sondern gegen den Konsum und «die Materialschlacht», wie sie sagt, im Allgemeinen.

Nur – was, wenn die Idee sich, allen Bemühungen zum Trotz, nicht umsetzen lässt? Sie habe sich immer etwas gescheut, wegen der Lichtechtheit beispielsweise. Diese Frage tauche immer wieder auf, erzählt Karin. Doch: «Das ist die Natur, das ist der Wandel, und ein Bild darf sich verändern, du schaust das Bild ja immer noch gerne an.»

Eines Tages war das Bedürfnis schliesslich grösser als die Bedenken, und ja, aus eben diesem Bedürfnis entstand dann ein seit mehreren Jahren andauerndes Projekt. «Man kommt nicht so schnell vorwärts, bis man das, was man da macht, mal kann brauchen, das dauert!»

Steine vom Reussufer, Beeren von umliegenden Sträuchern, Pilze, Nüsse, Zwiebelschalen … einmal begonnen, sind die Möglichkeiten schier unendlich. Das Sammeln hie und da birgt mitunter grosse Glücksmomente, auch wenn das Herstellen eigener Pigmente ebenso umfangreich wie zeitaufwendig ist.

In Karins Atelier entstehen feine, zarte und erdige Bilder, die den Lärm der Welt vergessen lassen. Die Liebe und Verbundenheit zur Natur ist in ihnen sicht- und spürbar.

Karin ist noch lange nicht fertig mit Erforschen und Ausprobieren, der Prozess läuft immer weiter. Der Zweifel ist dabei ein ebenso steter wie übertreuer Begleiter. Und doch: «Damit zu arbeiten, was schon vorhanden ist, sich natürlichen Materialien zuzuwenden, sich mit der Natur zu verbinden und den natürlichen Lebensraum, den ich so liebe, damit auch zu schützen. Die Farben und die Formen spornen mich zu dem an, was ich mache. Eigentlich ist die Natur die grösste Künstlerin.» Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Karin wird ihre Pigmente und damit erschaffenen Bilder in ihrem Atelier während des ArtWalk 2026 präsentieren.

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