Der Sinn des Lebens …
25.05.2026
«Die einzige Konstante in meinem Leben ist meine Frau. Seit dreissig Jahren», erzählt Markus Bhend, seines Zeichens Holzbildhauer mit eigener Werkstatt in Hombrechtikon. Das hier und da und auch dort bei ihm ergibt einen beeindruckend vielfältigen Lebenslauf: Ursprünglich Maschinenmechaniker gelernt, dann in der Informatik gearbeitet («Ich habe ein Faible für Zahlen und Logik»), anschliessend einen Master in Controlling, Finanzleiter von einer grossen Stiftung … und dann? Dann kam der Bruch, schnell und konsequent. Vor acht Jahren, ein wenig von der Midlife-Crisis angekratzt, traf der Satz, den Markus von einem älteren Mann hörte, mitten ins Mark: «Ich habe nie die Fehler, die ich in meinem Leben gemacht habe, bereut. Ich habe die Dinge bereut, die ich nicht gemacht habe.» Eine Woche später schrieb Markus seine Kündigung, ward nicht mehr gesehen in der Finanzleitung und wurde freier Kunstschaffender und später auch Kursleiter.
Und wie genau kommt man von trockenen Zahlen im Computer zu Holz auf der Werkbank? «Ich hatte schon vorher Kunst erschaffen, die hatte ich am Computer verwirklicht», so Markus. Grafische Darstellungen und dreidimensionale Gebilde auf dem Bildschirm. Doch dann merkte er, dass er Widerstand benötigte. Manchem User mag die Datenverarbeitung – mit welchem Programm auch immer – schon genug Widerstand entgegensetzen, doch Markus meinte etwas anderes. Er wollte etwas in den Händen haben, eine Form von haptischem Widerstand spüren können.
Zuerst verarbeitete Markus Stein, später wandte er sich dem Holz zu, und zumindest bei diesem ist er bis heute geblieben. Grösstenteils hat Markus sich sein Wissen und Können selbst angeeignet – mit viel Durchhaltewillen und Leidenschaft. Die stecken tief in ihm drin und haben ihn auch schon durch eine Fussballkarriere und den Ironman im Jahr 1991 auf Hawaii getragen. Er, der heute nebenberuflich in der Pflege Dementer arbeitet, weiss, dass der einfache Weg nichts für ihn ist: «In der Kunst möchte ich Sachen machen, die nicht einfach jeder machen kann.» Seine Motivation dahinter ist die Frage, was es braucht, um sich eine bestimmte Kompetenz anzueignen. Und bei denen macht Markus keine halben Sachen. Etwas nur halbwegs zu können, macht für ihn keinen Sinn.
«Ich habe gerne Herausforderungen in meinem Leben, wo ich mich entwickeln, mich beweisen kann.» Im Scheitern sei er allerdings auch gut, doch das nehme er als wichtigen Teil des Prozesses an.
Es ist zwar der Weg, der Markus interessiert, gleichwohl hat er auch gerne Sachen, bei denen er Resultate sieht. Die Resultate seiner Holzarbeiten – fantastische Gebilde aus wertvollen Hölzern, mal grösser, mal filigraner – hat er bereits in zahlreichen Ausstellungen und Galerien präsentiert.
Doch es wäre inkonsequent, wenn es dabei bliebe, denn bei Markus «bleibt alles anders» (Zitat: H. Grönemeyer): «Ich bin momentan an zu vielen Orten. Ich will wieder reduzieren und mich mehr meinen Fantasien widmen, was die Kunst betrifft: Ich habe so viele Ideen im Kopf und will wieder experimentieren.»
Ja, und wo findet man ihn nun, den Sinn des Lebens? Das kann auch dieser Blogartikel so pauschal nicht beantworten. Markus jedenfalls findet ihn in immer neuen Herausforderungen.
Beim ArtWalk in Bremgarten werden Markus’ Arbeiten bei der Dubler Immobilien AG zu sehen sein.
