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Helfer in der Not

Helfer in der Not

20.03.2026

Man bekommt den Menschen aus der katholischen Kirche, aber nicht die katholische Kirche aus dem Menschen. Einmal derart sozialisiert, sozusagen, bleibt das. Auch der ganze zeremonielle Glanz, den die katholische Kirche auch heute noch ausstrahlt – «der ganze Prunk, das hat doch was». Und in Krisenzeiten kann eine solche Sozialisierung auch hilfreich sein, auch wenn man die Kirche eigentlich schon länger verlassen hat.

So erging es einst René Walker, als er sich auf dem Rückweg von einem Spitalbesuch bei seiner Mutter zusammen mit seinem Vater in der Kapelle der Vierzehn Nothelfer in Silenen wiederfand.

Diese Kapelle steht dort bereits seit über 1000 Jahren, wobei die Vierzehn Nothelfer wohl erst nach dem Brand und Wiederaufbau im 17. Jahrhundert dazugekommen waren. Die Vierzehn Nothelfer, drei Frauen und elf Männer, waren einst in allerlei schwierigen Situationen angerufen worden: Von Kopfschmerzen über Tollwut bis zum Pestbefall waren alle möglichen Leiden dabei.

René jedenfalls fragte sich beim Betrachten der Bilder, welcher der Nothelfer nun bei den Leiden seiner Eltern helfen könne. «Ich hatte aber keine Ahnung, wer wofür zuständig ist. Hätten wir jetzt nur sechs rausgepickt, wären es vielleicht grad die Falschen gewesen? Ja, und dann haben wir einfach vierzehn Kerzen angezündet, der Richtige wär dann wohl schon dabei», so seine damalige Mutmassung. Selbst im Krisenmodus und gesundheitlich angeschlagen, hoffte René, dass der für sie zuständige Nothelfer aktiviert werden könne.

Später dann informierte er sich noch genauer über jene Nothelfer. «Da fiel mir auf, dass da eigentlich niemand mehr bei den ‹modernen› Leiden hilfreich ist.»

Und als der Normalzustand wieder einigermassen hergestellt war, beschloss René, vierzehn neue Nothelfer zu kreieren, die Vierzehn Nothelfer:innen 2.0 reloaded. Humor, um schwierige Lebenssituationen zu verarbeiten? «Rückblickend ist es ja meistens nicht ganz so schlimm», wehrt René ab. Und das Leben sei halt immer mal eine Achterbahn. Nun gut.

Seine Vierzehn Nothelfer:innen 2.0 jedenfalls helfen bei den zahlreichen Maladen der heutigen Zeit. Helfer:innen bei Stromausfall sowie bei Parkschäden und Parksünden, Beschützer:in der Biodiversität oder aller Träger:innen von Herzschrittmachern. Ausserdem beschützt die Nothelferin Science vor Weltraumschrott und ist auch Patronin der Hündin Laika, Gott hab sie selig.

Sie seien mit einem Augenzwinkern zu betrachten, so René. Aber wer weiss?

Renés Vierzehn Nothelfer:innen 2.0 werden am ArtWalk 2026 in der St. Klarakapelle hängen – neben den originalen Vierzehn Nothelfern, die sich dort seit geraumer Zeit befinden.

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